Shopping Cart
Your Cart is Empty
Quantity:
Subtotal
Taxes
Shipping
Total
There was an error with PayPalClick here to try again
CelebrateThank you for your business!You should be receiving an order confirmation from Paypal shortly.Exit Shopping Cart



Blog

Blog

Psychisch Krank, und nicht ganz bei ( gesellschaftlichem ) Trost?!

Posted on January 25, 2020 at 2:15 PM

Woran denken Sie bei dem Wort Krankenhaus? An Unfallopfer, an alte Menschen die einen Treppensturz hinter sich haben, an Mütter die Kinder zur Welt bringen, an Blinddarmentzündungen und Krebserkrankungen. Ein Mensch der im Krankenhaus liegt weckt unser Mitgefühl, wir wünschen ihm schnelle Genesung und bieten gerne unsere Besuchsdienste an. Woran denken Sie bei dem Wort Psychiatrie? An Verrückte, Geisteskranke, an Gescheiterte. Die Psychiatrie ist in den meisten Köpfen der Gesellschaft als etwas Bedrohliches verankert, etwas wovon man sich besser fernhält. Genau genommen ist die Psychiatrie nichts anderes als ein Krankenhaus, ein Krankenhaus spezialisiert auf die Seele des Menschen. Woher kommt dann diese Berührungsangst, diese Befangenheit im Umgang mit psychisch erkrankten Menschen?

Die Filmbranche fördert das Bild, der in Zwangsjacken umher geisternden, irren Patienten. Nicht zurechnungsfähig, nicht ganz bei Trost. Dabei ist Trost genau das, was psychisch erkrankten Menschen sehr zugute kommen würde. Neben den Symptomen der Krankheit, ist die gesellschaftliche Tabuisierung und Ablehnung ein Punkt, der großen Leidensdruck verursacht. Die Gesellschaft schützt und stärkt Menschen, die aufgrund einer somatischen Erkrankung auf Hilfe angewiesen sind. Dem Kollegen, der kürzlich einen Herzinfarkt erlitten hat, begegnet man mit Nachsicht. Er weckt Hilfsbereitschaft, man sorgt sich um sein Wohlergehen…und um das eigene, schließlich kann mir so etwas auch passieren. Dem depressiven Kollegen, der frisch aus der stationären Therapie wieder ins echte Leben zurückgekehrt ist, gewährt man oft eine sehr viel kürzere Schonfrist…..er war ja solange in Therapie, jetzt muss er sich doch auch zusammenreißen können. Einem Herzinfarkt Patienten würden die wenigsten raten, sich jetzt mal wieder zusammenzureißen. Warum ist das so?

Die Psyche ist den Menschen immer noch sehr fremd, noch fremder ist ihnen eine nicht ganz gesunde Psyche. Eine somatische Erkrankung ist greifbarer, ist im besten Fall auf etwas zurückzuführen, etwas wofür der Erkrankte nichts kann – Schicksal. Psychische Erkrankungen sind oft sehr viel komplexer, schwieriger zu begreifen. Man sieht kein offensichtliches Problem, das Problem steckt im Kopf und ist somit auch selbst verschuldet. So oder so ähnlich setzt sich das Bild der psychischen Erkrankung in den Köpfen vieler Mitmenschen zusammen. Die Wahrheit ist weit davon entfernt. Ja, psychische Erkrankungen sind oft sehr komplex, es gibt nicht immer eindeutige Diagnosen. Aber nur weil etwas nicht genau zugeordnet werden kann, ist es dennoch existent. Die Behandlung ist oft langwieriger. Es ist kein Knochenbruch, der nach Wochen der Ruhigstellung und Schonung wieder verheilt. Das Verständnis der Gesellschaft für psychisch Kranke Menschen stößt schnell an Grenzen, schneller als bei somatischen Erkrankungen. In geselliger Runde ist es kein Problem, von seinem erlittenen Schlaganfall zu erzählen, wohl aber von seiner letzten depressiven, oder gar manischen Phase zu berichten. Unverständnis, Angst, Ablehnung.

Es scheint als hätten die Menschen Angst, etwas von der „ Verrücktheit“ des anderen könnte sich bei zu viel Zuwendung auf einen selbst übertragen. Ich könnte selbst psychisch krank werden, wenn ich mich zu viel damit beschäftige. Wie wahrscheinlich ist das? So wahrscheinlich wie sich an einem Herzinfarkt anzustecken.

Eine psychische Erkrankung kann jeden überraschen und überrollen, wie jede andere somatische Krankheit. Niemand ist davor geschützt, niemand sucht sich so etwas aus. Die Ursachen liegen nicht selten im sozialen Umfeld, oder in schwierigen Kindheitserlebnissen. Die Frage der Schuld stellt sich also gar nicht. Oder geben sie einem Kind Schuld an seiner Kindheit?

Categories: Psyche

Post a Comment

Oops!

Oops, you forgot something.

Oops!

The words you entered did not match the given text. Please try again.

0 Comments